Medialität

Als Medialität bezeichnet man im spirituellen Verständnis die Fähigkeit, zwischen der materiellen, physischen Welt und einer geistigen Welt zu vermitteln. Es wird angenommen, dass ein Medium Botschaften von Geistwesen empfangen und gezielt an einen dafür bestimmten Empfänger (Sitter) durchgeben kann. Die sensitiven Fähigkeiten werden als erlernbar angenommen und können durch Übung verfeinert werden.

Formen der Medialität

Sensitive Medialität

  • Aurareading, d.h. das Medium erhält seine Informationen aus dem Feld des "Sitters" (Klienten)
  • Arbeit mit Karten, Tarot
  • Tierkommunikation

Mentale Medialität

  • Jenseitskontakt, d.h. das Medium erhält seine Information von einem Geistwesen oder einem Verstorbenen

 

Physikalische Medialität

  • Seance, Tischerücken, Materialisierung von Gegenständen oder sogar Geistwesen

Seance um 1900 (KI-generiertes Symbolbild, ChatGPT)

Nebenstehendes Bild gibt einen Eindruck, wie um 1900 in den Salons des Bildungsbürgertums sog. "Seancen" abgehalten wurden, bei denen die Teilnehmer meist um einen Tisch herum saßen und ein Medium die Sitzung anleitete. Zu der damaligen Zeit war Medialität also im wahrsten Sinne "salonfähig".

Das ist heutzutage anders. Medialität wird vielfach als esoterische Spinnerei belächelt.

Was ist nun dran, an der Medialität?

Zunächst muss man sich im Klaren sein, dass es viele verschiedene Formen von Medialität gibt (s.o.). Man muss also differenzieren, von welcher Form von Medialität man spricht, wenn man sich mit dem Thema befasst. Meine erste Erfahrung mit Medialität hatte ich durch eine Einzelsitzung mit einem Jenseitsmedium (s.u.). 

Mentale Medialität

Woran erkenne ich ein seriöses Jenseitsmedium?

Mir ist, wie gesagt, bewusst, dass es sich bei der Medialität um ein sehr umstrittenes Thema handelt. Jeder muss für sich selbst entscheiden, ob er sich auf dieses Thema einlassen will und vielleicht sogar eine mediale Sitzung besuchen möchte. Ich berichte hier von meinen eigenen Erlebnissen mit Jenseitssitzungen, sowie von den Erfahrungen von anderen medial interessierten, mir bekannten Menschen. Möge sich jeder sein eigenes Bild machen.

Eine mediale Sitzung sollte man nur buchen, wenn man mental und seelisch gesund ist. Es ist wichtig, dass keine Psychose oder eine andere schwere psychische Erkrankung vorliegt.

Ein seriöses Medium wird den Klienten niemals um Vorabinformationen bitten, die über die reinen Formalitäten der Terminbuchung hinausgehen. Es ist für ein Medium sogar umso schwieriger, die Qualität der empfangenen Botschaften einzuschätzen, wenn es vorher schon persönliche Informationen vom Klienten erhalten hat. Es ist eine besondere Herausforderung in der Arbeit eines Mediums, zwischen den eigenen Gedanken und den empfangenen Botschaften sauber trennen zu können. Was kommt aus den eigenen Gedanken, aus der eigenen Phantasie, und was kommt von außen, also von der geistigen Welt? Daher, gerade im Sinne seriöser Durchsagen, keinerlei Informationen preisgeben! Ein seriöses Medium wird auch nicht fragen: Wen möchten Sie denn gerne haben? Außerdem liegt es in der Entscheidung der geistigen Welt, wer sich melden wird. Darauf hat das Medium keinen Einfluss.

Das hört sich bereits verrückt an?

Gebe ich zu! Vor der ersten medialen Sitzung, die ich gebucht habe, dachte ich mir, na ja, ich weiß nicht. Man lässt ja nichts unversucht, um nach dem Verlust eines geliebten Menschen noch ein paar Dinge zu klären... Daher ging ich skeptisch, aber trotzdem ein bisschen "kindlich erwartungsvoll", in diese Sitzung, die zu allem Überfluss auch noch über Zoom stattfinden sollte! Was es nicht so alles gibt, dachte ich mir; aber gut, das von mir nach einem recht überzeugenden Fernsehtalk auserkorene Medium, Andreas Meile, arbeitet in der Schweiz und da ist das ja praktisch, wenn man nicht mal reisen muss, um mit den Toten in Kontakt zu kommen...

Klar, ich hatte natürlich eine kleine Hoffnung, da könnte was dran sein und mein Mann, der ein Vierteljahr zuvor gestorben war, würde sich vielleicht melden. Zumindest machte Herr Meile in der Fernsehsendung einen aufgeräumten und ehrlichen Eindruck und berichtete sehr überzeugend über seine Arbeit.

Am Morgen vor der Sitzung sprach ich noch in Gedanken mit meinem Mann und dachte mir, ob ihm wohl die Blumen an seiner Beerdigung gefallen haben. Dann fragte ich mich selbst ehrlich und nüchtern, hey, sag mal, wovon träumst du!

Die Sitzung mit dem Jenseitsmedium

Ich baute also meine damals noch spärliche Zoom-Ausstattung auf und war schrecklich aufgeregt. Herr Meile begrüßte mich in seiner ruhigen und freundlichen Art und erklärte mir die Regeln. In erster Linie, keine Informationen vorwegnehmen und auf Fragen nur mit Ja - Nein - oder "weiß nicht" antworten. Außerdem informierte mich Herr Meile, dass er die Sitzung aufnehmen und sie mir später als mp3-Aufnahme zukommen lassen würde, damit ich alles nochmals nachhören könne. Er sagte mir, nachdem er für einen kurzen Moment die Augen geschlossen hatte und sich fokussierte, ich hätte schon ein paar Angehörige in der geistigen Welt und es seien vier Verstorbene für mich da. Zunächst meldeten sich mein Großvater väterlicherseits und mein Vater. Meinen Opa kannte ich zu Lebzeiten nicht mehr, aber was über meinen Vater gesagt wurde, passte gut. Dann stellte das Medium, nachdem es tiefgründig in sich zu schauen schien, plötzlich eine Art rhetorische Frage: Sagen Sie, haben Sie einen Partner in der geistigen Welt? Die Frage traf ins Herz und ich brachte ein erstauntes Ja hervor. Meile legte nach: Der ist aber noch nicht lange in der geistigen Welt... Ich schaute vollkommen perplex drein und das Medium erklärte mir, dass mein Partner hier sei, also da sei (oder wie auch immer) und anders mit ihm kommuniziere als mein Vater, der schon sehr lange in der geistigen Welt sei (ja, mein Vater war damals schon viele Jahre tot). Alles, was das Medium nun über meinen Mann sagte, stimmte absolut. Dennoch, ich blieb kritisch und vorsichtig, mich nicht zu sehr darauf einzulassen. Dann sagte das Medium: Er bedankt sich für Blumen, oder mit Blumen. Da fragte ich mal ganz dumm nach. Was nun, "für" Blumen oder "mit" Blumen? Dachte mir, jetzt mal sehen, denn mein Mann hatte mir niemals Blumen geschenkt, wohl sagte er aber vor seinem Tod, dass ihm schöner Blumenschmuck auf dem Grab wichtig sei. Das Medium antwortete: Er zeigt mir Blumen und Freude, daher verstehe ich es so, dass er sich für Blumen bedankt. Dann kam das Medium auf das Thema der "Beerdigung" zu sprechen und sagte: Sie haben da Musik spielen lassen - und die hat ihm gefallen.

Nun war es so, dass sich mein Mann vor seinem Tod einen Ausschnitt aus einem Requiem als Musik für seine Beerdigung ausgesucht hatte, und zwar das Stück "Christe rex gloriae" aus dem Berlioz-Requiem. Dieses Musikstück ist aber so "gewaltig", dass ich in der Vorbereitung der Beerdigung mit einem guten Freund noch ein weiteres Stück, aus einem anderen Requiem, für den Beginn der Trauerfeier auswählte, damit das Ganze erstmal etwas ruhiger und bedächtiger beginnen konnte. Als ich nun zwei Tage vor der Beerdigung mit den beiden CDs beim Bestatter ankam, meinte dieser nach meinen Erklärungen, dann nehmen wir also diese CD als erstes Lied und diese CD als zweites Lied. Die Bezeichnung "Lied" ärgerte mich etwas, denn ich versuchte immer wieder dem freundlichen Herrn zu erklären, dass mein Mann klassische und geistliche Musik geliebt hatte und dass es sich hier nicht um "Lieder" sondern Ausschnitte aus Requien handelte. Irgendwie war es mir in dem Moment so wichtig, dass der Bestatter diese Bedeutung für uns verstehen würde. Der hörte da aber gar nicht nach hin und meinte lapidar: Wir brauchen noch ein drittes Lied. Ich fragte: Wieso, wozu? Ja, meinte er, wir brauchen noch was, wenn der Sarg aus der Kapelle zum Grab geleitet wird. Ich fragte: Muss das sein? Das zweite "Lied" ist schon so bombastisch, das können wir nicht mehr toppen... Der liebe Mann ließ sich nicht bedeuten. Wir brauchen noch ein drittes Lied.

Und da kam mir eine Idee! Mein Mann und ich haben immer sehr gerne den Kaiserdom in Speyer besucht. Daher haben wir seinerzeit auch die Trauerfeier des Altbundeskanzlers Helmut Kohl im Fernsehen verfolgt, die im Dom zu Speyer abgehalten wurde. Es war ein besonders feierlicher und berührender Moment, als zum Ende des Gottesdienstes der Sarg von Bundeswehrsoldaten - begleitet vom gewaltigen Klang einer einzelnen, wunderbaren Glocke - aus dem Dom getragen wurde. Der Kommentator im Fernsehen erklärte damals: Sie hören die Kaiserglocke, die nur bei ganz besonderen, hohen Anlässen geläutet wird. -- Ich war nun richtig aufgeregt und bat den Bestatter, bitte, suchen Sie eine Aufnahme von der Kaiserglocke! Das tat er und sagte dann stolz: Dann ist das das dritte Lied.

Zurück zum Zoommeeting mit dem Medium. Wie bereits gesagt, meinte Andreas Meile: Sie haben bei der Beerdigung Musik spielen lassen und die hat Ihm gefallen. Dachte ich, dann war das erste Stück, das wir für den Beginn der Trauerfeier ausgesucht haben, dieser ruhige Ausschnitt aus dem Fauré-Requiem, das war dann also eine gute Wahl, wie schön... Doch da unterbricht das Medium meine Gedanken mit den Worten: Vor allem das dritte Lied! ... Mir blieb die Luft weg. Ich starrte ungläubig in den Bildschirm und rang nach Fassung. Wie bitte, was? Das Medium wiederholte: Er sagt mir gerade, das dritte Lied habe ihn besonders ergriffen. Wissen Sie noch, was das war?

Diese Anekdote ist keine Ausnahme, weder in der hier geschilderten Sitzung, noch in anderen Sitzungen, noch in Sitzungen, die Freundinnen von mir hatten. Es sind immer wieder diese unerklärlichen "Volltreffer", die einem besonders im Gedächtnis bleiben, die alles vom Tisch hauen und einen nur noch sprachlos zurücklassen.

Altarraum des Kaiserdoms zu Speyer (Photo LK)

 

Abschied auf einem kleinen Waldfriedhof (KI-Bild ChatGPT)

 

Gibt es eines Tages vielleicht ein Wiedersehen? (LK u. ChatGPT)

 

Wie macht der das - kann er vielleicht Gedanken lesen?

Natürlich stellte ich mir schon kurz nach der Sitzung die Frage: Wie macht der das? Vielleicht kann er Gedanken lesen? Das war mal so die erste Vermutung. Dazu im Folgenden eine Ergänzung zu der oben beschriebenen Initialzündungs-Sitzung.

In besagter Sitzung erhielt ich durch Andreas Meile noch in einer anderen Sache eine sehr persönliche Information, die mir zu jener Zeit nicht bekannt war. In dem Fall dachte ich während der Sitzung, da täuscht er sich. Monate später bestätigte sich durch einen Zufall, dass die Durchsage absolut zutreffend war. Also kam Gedankenlesen als Erklärung auch nicht mehr in Frage. Ich bezeichne dieses Phänomen mit einem Augenzwinkern inzwischen als PJSAE (Post-Jenseits-Sitzungs-Aha-Erlebnis).

Also, wie macht er das nun?

An dieser Stelle möchte ich auf das Anfang 2026 erschienene Buch "Getragen im Unsichtbaren: Mein Weg als Medium und die Botschaften Verstorbener" von Andreas Meile hinweisen. Darin beschreibt er, wie er zur Medialität kam, wie er arbeitet und was er in seinen mehr als 30 Jahren als Medium so alles erlebt hat. Das Buch ist sehr authentisch, ehrlich und humorvoll geschrieben und gibt dem Leser wertvolle Einblicke in die Arbeit des erfahrenen Mediums.

 

Andreas Meile und Prof. Popkes 2025 im Psi Zentrum Seeland (LK)

Der Beginn meiner eigenen medialen Suche

Ich schwöre es, dass ich für meine Begriffe nicht als sonderlich feinfühliges Wesen zur Welt gekommen bin. Daher hätte ich niemals gedacht, dass ich mich für so etwas wie Medialität begeistern könnte und diese "Kunst" auch noch selbst im eigenen, bescheidenen Rahmen erlernen würde. Und sogar noch mit Erfolgserlebnissen. Ich hätte auch nie gedacht, dass ich das Gebiet der Medialität so seriös betrachten würde wie Nahtodberichte oder Reinkarnationsforschung.

Medialität und Wissenschaft

Der Religionswissenschaftler Enno Edzard Popkes, Professor an der Universität Kiel am Lehrstuhl für Thanatologie, setzt Medialität in Bezug zu den alten christlichen Schriften. Besondere Aufmerksamkeit widmet er der Erforschung des Thomas-Evangelikums. Ich hatte 2025 die Möglichkeit, an einem sehr interessanten Seminar von Prof. Popkes und Andreas Meile im Psi Zentrum Seeland in Nidau in der Schweiz teilzunehmen. Unter dem Titel "Medialität, Religion & Wissenschaft" handelte es sich um ein Event mit Abendvortrag und Workshop-Tagesseminar, das meiner Meinung nach einen einzigartigen und sehr gelungenen Dialog zwischen Medialität und Religionswissenschaft bot.

Der Mediziner und Informatikprofessor Oliver Lazar hat nach einem medialen Schlüsselerlebnis eine nach eigener Aussage wissenschaftliche Studie durchgeführt, die sog. EREAMS-Studie, deren Ergebnisse er in seinem 2021 erschienenen Buch "Jenseits von Materie" dargelegt hat. Der wissenschaftliche Aufbau der Studie ist nicht unumstritten: Auf YouTube verfolge ich eine "Diskussion" (Stellungnahmen der "Parteien" per Video) zwischen Prof. Lazar und den "Science Cops", die Oliver Lazar unwissenschaftliches Arbeiten bei der Studie und deren Veröffentlichung vorwerfen. Ich habe die mir dazu bekannten Videos auf der Seite "Links" dieser, meiner Webseite (am 5. April 2026) verlinkt, so dass Ihr Euch selbst darüber ein Bild machen könnt. Ich empfehle aber ausdrücklich jedem, seine eigene Recherche zu betreiben, da ich bei meiner Auswahl keine Garantie für Vollständigkeit und ständige Aktualität geben kann!

Medialität nach dem Englischen Spiritualismus

Auf meiner Suche nach seriöser Medialität traf ich sehr schnell auf den Begriff des "Englischen Spiritualismus". Bei der Auswahl eines Mediums würde ich immer darauf achten, dass das Medium nach dem Englischen Spiritualismus ausgebildet ist und nach dessen Prinzipien arbeitet. Nach dieser Form der Medialität arbeiten auch meine medialen Lehrer, Andreas Meile, Claudia Zuccolo und Sakis Stavrou.

Ein Zentrum der Englischen Medialität ist das Arthur Findlay College in Stansted, UK, nahe London. Dort wird diese Form der Medialität in Kursen gelehrt (https://www.arthurfindlaycollege.org/). 

Ich erinnere mich gerade an ein sehr unterhaltsames und informatives Buch, der Titel lautet in Anlehnung an das Arthur Findlay College und an "Harry Potter": "Das College, das sie Hogwarts nennen: Erfahrungsbericht über eine höhere Lehranstalt für Übersinnlichkeit und Medialität" von Marcus Heymann. Vor allem die Beschreibung der ersten - im Grunde vollkommen unerwarteten - Schritte des Autors in die Medialität sind sehr humorvoll geschildert und ich habe das selbst ganz ähnlich erlebt.

Arthur Findlay College, Stansted, England (KI-Bild, so, oder so ähnlich, von ChatGPT)