Aikido
Das Ki-Aikido und der Traum vom 1. Dan
Dem Ki-Aikido verdanke ich sehr viel. Da es auf dieser Webseite um Diesseits und Jenseits geht, passt das Aikido als diesseitige "Kampfkunst" meines Erachtens sehr gut zu diesem Thema. Es ist im weitesten Sinne eine Art "Sport", viel mehr aber eine japanische Kampfkunst, die vollkommen von der Zen-Philosophie durchdrungen ist. Im Aikido mit Ki wird der Aspekt des Ki (Lebensenergie, Geist - chinesisch "Qi") besonders entwickelt. Für mich ist das Aikido eine Verbindung des Diesseits mit dem Universum.
Den untenstehenden Text hatte ich auf Flämisch für eine kleine Vereinszeitung des Brüsseler Ki-Aikido-Dojos verfasst. Die deutsche Übersetzung habe ich hier angefügt.
De droom van de eerste dan
Ik denk, dat het voor iedere aikidoka een grote droom is, ooit het eerste dan examen te doen. Toch had ik in mijn diverse kyu examen al de ervaring gemaakt, dat er bij mij - tijdens het examen - een irrationale opwinding komt. Zo was ik zeker, dat ik zo een groot examen als een 1. dan nooit zou kunnen doen. Maar toch had er ik al vele jaren bijna elke dag van gedroomd. Best zou men het in Herzogenhorn doen - maar absurd! Herzogenhorn is een wondermooie plaats in het Zwarte Woud, maar het is een grote leergang, in een grote hal, met vele mensen, vele met een hoge dangraad. Wat een mooie droom, zeker, die nooit waar zou worden! Nooit!
Op een dag was het mijn leraar die vroeg of ik mijn 1. dan examen niet zou willen doen. Daar was ik heel bang en zei, dat ik nog veel, veel tijd zou nodig hebben... Eerst in januari 2010 kwam dan toch mijn bange beslissing om te «proberen» het echt te doen. En wanneer, en waar? In september - in Herzogenhorn! Alleen de voorstelling al had mij zo bang gemaakt, dat ik mij af vroeg, of dat echt mijn ernst zou zijn. Wij zullen zien, dacht ik... Ik be-gon mij voor te bereiden en dat liep goed. Maar hoe zou het nu in het echt zijn, om daar voren te staan, in die grote hal, en alle technieken te doen, en de jo en bokken kata, en - de randori! Oh god!
De dag van het examen kwam. Aan het begin van de les stond ik er en voelde, dat ik alles had vergeten, alles! Mijn brein was lèèèèg. Tijdens de les wordt het beter. Dan nog vijf minuutjes, Sensei zegt, dat nu het examen zal plaatsvinden. Mijn drie ukes komen naar voren. Ik sta op, ga naar Sensei, verbuig mij, en denk: nu... Anne, mijn uke voor de katate-dori, verbuigt zich - en het begint. En het loopt goed. Ik ben gelukkig. Laat zien wat je kan, en blijf ontspannen. En beweeg haar goed, laat zien wat voor jouw in aikido belangrijk is. Achtzaam zijn met de partner.
Hah, dat alles zal wel goed gelukken! - Markus valt mij aan, ryote-mochi. Maar nu, wat nu, mijn brein wordt leeg, mijn adem wordt snel en kort, oh god. Welke techniek komt nu? Doe iets! Ja, dat was de techniek - andere kant, nu maar beter, okay. Blijf geconcentreerd! Niet zo eenvoudig... Zal het toch niet zo goed worden? Denk aan de zwarte gordel, verder, het gaat wel! Christian komt met yokomen... het loopt, maar nu: deze techniek had ik al gedaan, oh god, doe verder, doe verder, en de lucht - blijf rustig, achtzaam, beweeg hem goed, doe het groot, blijf rustig! En verder, verder. Nu de jo kata, is toch niet meer veel. En mijn stem, ja, goed, dat gaat wel! Nu de bokken - en dat lukt, beter dan ooit! - Alles gaat zo snel. -
En nu alleen maar één ding te doen, voor mij het belangrijkste - altijd had ik het mij voorgesteld, hoe het wel moet zijn: de randori! Nu zit ik hier, in Herzogenhorn, zoals ik in mijn voorstelling had gezeten, bijna elke dag sinds vele jaren! Een droom, en nu, ademen, ademen, rustig, ademen... wacht, tot je weet, dat je rustig bent, oh god, ik zit hier, alleen nog maar de randori, alleen maar?? En nu, ik verbuig mij, en Sensei roept «Hashimee»! Ik spring op met de woorden «auf geht’s» - ik ga naar links voren, de eerste uke valt, verder, het loopt goed, ja, heel goed, het loopt, koteoroshi hier, doorduiken daar, het loopt, nu alleen maar wachten tot Sensei’s «Yamee», nog verder, okay! Maar nu, het is toch goed, het kan niet meer lang gaan: de zwarte gordel, de droom, de eerste dan... Neeeee: mijn lichaam, mijn adem, nee! Ik kan niet meer, nee! Nog een keer: Anne, haar zal ik nog werpen - maar dan kan ik beslist niet meer... ik kan niet meer, maar verder - hoe zal dat gaan, geen zwarte gordel, verder, verder. Als vanuit een andere wereld hoor ik plotseling het word «Yamee»... Yamee??... Oh god, het is voorbij! Ja, het is voorbij!... Ik verbuig me... ik heb het gedaan... ik kan het niet geloven!!! Mijn droom, mijn eerste dan!
LK
Danprüfung im Leistungszentrum Herzogenhorn - rechts Anne als mein Uke (Photo: Angela)
Der Traum vom 1. Dan
Für meine Begriffe ist der größte Traum eines jeden Aikidoka, eines Tages die Prüfung zum 1. Dan (unterster Meistergrad, Schwarzgürtel) zu absolvieren. Allerdings hatte ich in meinen verschiedenen Kyu-Prüfungen (Prüfungen der Schülergrade) die Erfahrung gemacht, dass mich während der Prüfungssituation eine irrationale Aufregung erfasst. So war ich mir sicher, dass ich niemals eine so hohe Prüfung wie den 1. Dan meistern könnte. Und dennoch habe ich viele Jahre fast jeden Tag davon geträumt. Der beste Ort für diese hohe Prüfung wäre „Herzogenhorn“ – aber absurd! Das Bundesleistungszentrum Herzogenhorn ist ein wunderbarer Ort im Schwarzwald, aber der dort einmal jährlich stattfindende Aikidolehrgang mit Yoshigasaki-Sensei ist ein großer, internationaler Lehrgang mit vielen Teilnehmern, zum Teil hochgraduierten Dan-Trägern. Sicher, was für ein schöner Traum, der niemals wahr werden würde! Niemals!
Eines Tages – ich hatte schon lange die der Danprüfung vorausgehende Ki-Prüfung abgelegt – fragte mich mein Aikidolehrer, ob ich nicht endlich die Danprüfung angehen möchte. Da ergriff mich eine furchtbare Angst und ich antwortete, dass noch sehr viel Zeit nötig sei.
Erst im Januar 2010 rang ich mich zu der bangen Entscheidung durch, es wirklich zu „probieren“. Und wann? Und wo? Im September – in „Herzogenhorn“! Schon bei der bloßen Vorstellung bekam ich es so mit der Angst zu tun, dass ich mich fragte, ob das wirklich mein Ernst sein sollte! Na ja, dachte ich mir, wir werden sehen. Ich begann mit der Vorbereitung und die lief gut. Aber wie würde es sich nun wirklich anfühlen, da vorne zu stehen, in dieser großen Halle, und alle Aikido-Techniken zu zeigen und die Jo- und die Bokken-Kata (Stock- und Schwertübungen) vorzuführen und – das Randori (3-Mann-Angriff)! Oh Gott!
Dann kam der Tag der Prüfung. Kurz vor Beginn der Seminarstunde fühlte es sich für mich innerlich so an, als hätte ich alles vergessen, alles! Mein Kopf war leer. Während des Trainings wurde es besser. Noch fünf Minuten und Sensei sagte, dass nun die Prüfungen stattfinden sollten.
Meine drei Ukes (Angreifer) kommen nach vorne. Ich stehe auf und gehe auf Sensei zu, verbeuge mich, und denke: Jetzt. - Anne, meine Angreiferin für Katate-dori, verbeugt sich – und es geht los. Und es läuft gut. Ich bin glücklich. Zeig, was du kannst und bleib entspannt. Und beweg sie gut, zeige, wo für dich die wichtigen Aspekte im Aikido liegen. Mit dem Partner achtsam umgehen. Hah, das gelingt wohl alles gut!
Markus greift mich an – Ryote-mochi. Aber nun, was nun, mein Kopf wird leer, mein Atem wird schnell und kurz, oh Gott. Welche Technik kommt jetzt? Mach was! Ja, das war die Technik – jetzt die andere Seite, aber besser machen, okay. Konzentrier dich! Nicht so einfach... Wird es vielleicht doch nicht so gut werden? Denk an den Schwarzen Gürtel, weiter, es geht schon!
Christian kommt mit Yokomen-uchi... es klappt, aber jetzt: diese Technik hatte ich grad schon gezeigt, oh Gott, mach weiter, mach weiter, und die Luft – bleib ruhig, achtsam, beweg den Uke (Angreifer) gut, mach die Bewegungen groß, bleib ruhig!
Und weiter, weiter. Jetzt die Jo-Kata, es ist doch nicht mehr viel. Und meine Stimme (beim Zählen während der Stockvorführung), ja, gut, das klappt gut! Nun das Bokken – und auch das gelingt – besser als je zuvor!
Alles geht so schnell.
Und nun nur noch eines, für mich das Bedeutendste von allem – jeden Tag habe ich es mir vorgestellt: das Randori! Nun sitze ich hier im Zeza - und mir ein paar Meter gegenüber aufgereiht meine drei Angreifer - hier in Herzogenhorn, so wie ich hier in meiner Phantasie gesessen habe, fast jeden Tag, seit vielen Jahren! Ein Traum, und nun, atmen, atmen, ruhig, atmen... warte, bis du fühlst, dass du ruhig bist, oh Gott, ich sitze hier, nur noch das Randori, nur noch?? Und nun, ich verbeuge mich und Sensei ruft „Hashimee“! Ich springe auf mit den Worten „Auf geht's“ - ich geh nach links vorne, der erste Uke fällt, weiter, es läuft gut, ja, sehr gut, es läuft, Koteoroshi hier, durchtauchen da, es läuft, jetzt nur noch auf Sensei's „Yamee“ warten, noch weiter, okay! Aber jetzt, es ist doch gut, es kann nicht mehr lange gehen: der Schwarze Gürtel, der Traum, der Erste Dan... Nein: mein Körper, mein Atem, nein! Ich kann nicht mehr, nein! Noch einmal: Anne, sie werde ich noch werfen – aber dann kann ich gewiss nicht mehr... ich kann nicht mehr, aber weiter – wie soll es werden, kein Schwarzer Gürtel, weiter, weiter... weiter.
Wie aus einer anderen Welt höre ich plötzlich das Wort „Yamee“... Yamee??... Oh Gott, es ist vorbei! Ja, es ist vorbei!... Ich verbeuge mich... ich habe es geschafft... ich kann es nicht glauben!!!
Mein Traum, mein 1. Dan!
LK